Der Kindergarten wurde 1937 von der nationalsozialistischen Volksfürsorge (NSV) gegründet und befand sich zuerst in der sogenannten Veranda an der Hauptstraße. Weil es dort zu kalt und zu eng war, wurde der nahegelegene Saal umgebaut und als Kindergarten eingerichtet. Frau Bömeke, der Leiterin, standen 4-5 Helferinnen zur Seite.
In den Kriegsjahren wurden fast alle Kinder, die nicht zur Schule gingen, angenommen. In der Haupterntezeit wurden sogar Babys mitbetreut. Das Essen wurde im Kindergarten gekocht. Es gab Lebensmittelkarten, aber die Verpflegung reichte teilweise nicht aus, so dass man auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen war.
Am 01.06.1945 übernahm die katholische Kirchengemeinde die Trägerschaft des Kindergartens. Schwester Friedburg, eine Vinzentinerin, leitete ihn. Der Kindergarten wurde so übernommen, wie er 1937 eingerichtet worden war. Am Eingang befand sich ein kleiner Flur mit Garderobe, dahinter eine Küche mit wenig Lichteinfall, ein Waschraum schloss sich an. Die Toiletten waren außen vorgelagert und entsprechend kalt. Der Gruppenraum war groß; Fußboden und Wände sowie Decken aus Holz, die Geräuschübertragung dementsprechend stark.
Frau Knöchelmann übernahm 1951 den Kindergarten und leitete diesen unter schwierigsten Bedingungen bis 1961. Es war eine Zeit des Aufbaus, und jeder hatte alle Hände voll zu tun, so dass viele Eltern darauf angewiesen waren, ihre Kinder täglich von 8-18 Uhr in den Kindergarten zu schicken. Zum Mittagessen gingen die Kinder nach Hause oder mussten teilweise von der Leiterin oder Helferin nach Hause gebracht werden; sie waren oft noch nicht 2 Jahre alt.
"Tante Emmi", wie Frau Knöchelmann noch heute von vielen Westerödern liebevoll genannt wird, besaß oft nicht einmal Brennmaterial zum Heizen. Spielmaterial war kaum vorhanden. Bei einer Gruppenstärke von 40-50 Kindern beschäftigte sie die Kinder mit Liedern und Kreisspielen.
Nach zwischenzeitlicher Leitung durch Frau Carola Brämer (1962 bis 1963), Frau Giesela Rust (1965 bis 1966) und Frau Christa Jaep (1967 bis 1968) übernahm am 01.04.1969 Frau Regina Wiechmann die Leitung des Kindergarten. Die Bedingungen hatten sich nicht wesentlich verbessert. Zur Seite standen ihr nur eine Kochfrau, Frau Vollmer, und Frau Schweineberg, die nachmittags bei der Kinderbetreuung und Reinigung half. Eine individuelle Förderung war natürlich bei dieser Gruppenstärke von 30-40 Kindern nicht möglich.
Heinrich Bock hatte als Rendant des Kindergartens für alle Probleme stets ein offenes Ohr und stand der Leiterin hilfreich zur Seite. Er erfüllte der Leiterin jeden möglichen Wunsch und stand mit viel Liebe und Engagement hinter dem Kindergarten. Er sorgte dafür, dass eine Vorpraktikantin eingestellt wurde. Um die Kinder besser fördern zu können, wurden mit seiner Hilfe neue Möbel und neues Rhythmik- und Turnmaterial angeschafft.
Ab Sommer 1972 wurden die Westeröder Schulkinder in Mingerode unterrichtet. Damit stand das Schulgebäude leer und konnte vom Kindergarten genutzt werden. Vor dem Umzug im Oktober 1972 ging die Leiterin Frau Wiechmann in Mutterschutz und gab die Leitung vorübergehend bis zum Jahr 1975 an Frau Nörthemann ab. In dieser Zeit wurde der Kindergarten aus Mitteln der Stadt Duderstadt in Höhe von 283.000 DM umgebaut. Ein weiterer Gruppenraum, Waschräume, ein Büroraum und ein Abstellraum wurden angebaut. 3 Gruppen mit je 25 Kindern hatten nun Platz. Die Stadt Duderstadt setzte einen Bus ein, um die Kinder aus den Ortsteilen Mingerode, Tiftlingerode und Immingerode kostenlos zum Kindergarten zu bringen. Anfang 1977 wurden dann die Räume in der oberen Etage für eine neue Gruppe ausgebaut und eingerichtet. Im Dezember 1977 starb der Gemeindepfarrer Pastor Groensmit. Seitdem wird der Kindergarten durch die Kirchengemeinde Westerode und den Propst aus Duderstadt betreut.
Im Jahr 1989 wurden auf dem Spielplatz mit Hilfe von Eltern und Mitarbeitern ein großes Kletter- und Spielgerüst mit Rutsche, Turm, Hängebrücke erstellt. Dieses war eine große Bereicherung des Kindergartenspielplatzes.
Das Amt des Rendanten wechselte im Jahr 1992. Seitdem wird der Kindergarten von der Rendantur Duderstadt durch den Rendanten Franz Jakobi verwaltet. Im Januar 1993 übernahm Frau Andrea Busse die Leitung des Kindergartens. Im gleichen Jahr wurden eine Schaukel, eine kleine Rutsche und zwei Schaukeltiere angeschafft, so dass der Spielplatz wieder attraktiver gestaltet werden konnte. Außerdem wurden im Rahmen der Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS) noch einige Anpflanzungen auf dem Spielplatzgelände vorgenommen.
Im Sommer wurde die dringend notwendige Renovierung des Gruppenraums „Rappelkiste“ vorgenommen. Auch die Küche, die in einem sehr schlechten Zustand war, wurde renoviert. Außerdem gestaltete der Kindergarten mit Hilfe zweier Väter einen kleinen Leseraum für die Kinder.
Im Jahre 1995 besuchen 100 Kinder den Kindergarten der Ortschaft Westerode. Sie kommen aus den Orten:

  • Westerode

  • Mingerode

  • Tiftlingerode

  • Immingerode

  • Duderstadt.

Die Kinder werden in :

  • 2 Halbtagsgruppen (8.00-12.00 Uhr),

  • 1 Dreivierteltagsgruppe (8.00-14.00 Uhr; seit Aug. 93) und

  • 1 Ganztagsgruppe (8.00 -16.00 Uhr, Freitags bis 15.00 Uhr)


betreut. Jede Gruppe ist mit zwei Fachkräften und teilweise zusätzlich mit einer Vorpraktikantin besetzt.
Der Träger unserer Kindertagesstätte ist die katholische Kirchengemeinde Westerode. Daraus ergibt sich eine Orientierung für die pädagogische Arbeit. Neben der familienergänzenden Erziehung, werden die Kinder ganzheitlich gefördert. Damit wird zur Schulfähigkeit beigetragen.

 

Die Leiterinnen unserer Kindertagesstätte

Frau Maria Bömeke: von 1937 bis 1944
Schwester Friedburg: von 1945 bis 1951
Frau Emmi Knöchelmann: von 1951 bis 1961
Frau Carola Brämer: von 1962 bis 1963
Frau Gisela Rust: von 1965 bis 1966
Frau Christa Jaep: von 1967 bis 1968
Frau Regina Wiechmann: von 1969 bis 1972
Frau Maria Nörthemann: von 1973 bis 1975
Frau Regina Wiechmann: von 1976 bis 1992
Frau Andrea Busse: seit Januar 1993